bewusst leben und vegan fit fühlen - vegane Ernährung einfach erklärt
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Vegan leben und sich fit fühlen

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Vegan leben und sich fit fühlen

Im Interview mit Rosa, über vegane Lebensweise und Achtsamkeit

Wollen wir dies nicht alle? Bewusst leben, fit fühlen, gesund essen und so einen gesunden Lifestyle leben? Ich kann diese Frage ganz klar mit “JA!” beantworten. Ich ernähre mich nicht auschließlich vegan, baue vegane Lebensmittel aber immer mal wieder in meine Ernährung bewusst ein. Treibe Sport und mache aktuell wieder mein eigenes Programm :). Nur manchmal geht es auch bei mir im Alltag unter. Ich vergesse auf meinen Bauch zu hören und lasse mich verführen von falschen und ungesunden Dingen. Ja, das ist so aber das ist nicht schlimm, denn ich besinne mich auch wieder und finde meine Mitte. Dazu denke ich, sollte man sich nichts aufzwingen und auch mal ungeniert geniessen und leben. Denn, wie sagt einer meiner Lieblingsschauspieler so schön: Zitat

Keiner von uns kommt lebend hier raus! Also hört auf, euch wie ein Andenken zu behandeln. Esst leckeres Essen. Springt ins Meer. Sagt die Wahrheit und tragt euer Herz auf der Zunge. Seid albern. Seid freundlich. Seid komisch. Für nichts anderes ist Zeit.” Anthony Hopkins

 

Manchmal begegnet man Menschen, die einem nicht aus dem Kopf gehen, weil die Begegnung so nett und inspirierend war. So ist es mir mit Rosa ergangen. Sie lebt vegan, ist ein erfolgreiches Model und Veganerin, dazu weiß sie wovon sie spricht. Sie hat durch ihre eigenen Erfahrungen und ihr Studium viel über Ernährung und die Auswirkung auf den Körper gelernt. Weil mich diese Sichtweise schon lange interessiert und ich immer neugierig bin, habe ich sie gleichmal mit meinen Fragen “gelöchert”. Rosa schreibt regelmäßig auf ihrem Blog über vegane Ernährung, Lifestyle und Themen rund um einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln. Dazu gibt es auch sehr leckere vegane Rezepte von ihr. Sei gespannt, jetzt gehts los.

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(c) Rosa Lazić


Du bist ja studierte Ernährungsberaterin und ernährst Dich vegan, wie kam es zu dieser Ernährungsweise?

Liebe Kirstin, ich freue mich sehr, dass ich Teil Deines wundervollen Blogs sein darf, ich sehe es als großes Kompliment! Das schon einmal vorab. Ich habe tatsächlich einmal Ernährungswissenschaften in an der TUM in Freising/Weihenstephan studiert. Ich habe es aber leider abgebrochen, weil zu dem Zeitpunkt viele Dinge bei mir zusammenkamen. Aber ich beschäftige mich seit mehr als 10 Jahren mit dem Thema „Ernährung“ und habe mir sehr viel Wissen dazu angeeignet, das ich möglichst verständlich auf meinem Blog weitervermitteln möchte. In diesem Rahmen habe ich mich natürlich auch damit beschäftigt, welche Auswirkungen Essen auf uns hat und diese Auswirkungen sind viel größer als sich viele ausmalen können. Man kann wirklich sagen, dass der Spruch „Du bist, was Du isst!“ zu 100 % zutrifft, auch wenn er sehr platt klingt. Ich arbeite seit mittlerweile 10 Jahren als professionelles Model und habe in meiner Jugend fast 30 kg gesund und ohne Hungern abgenommen, weil ich einfach viel zu gerne esse. Du siehst, dass ich eine ganz besondere Beziehung zum Thema „Ernährung“ habe. Und irgendwann habe ich gelernt, dass die vegane Ernährungsweise nicht nur für mich und meinen Körper, sondern auch im Großen und Ganzen, auch die ethisch und ökologisch gesehen beste Ernährungsweise ist.


Ich bin immer neugierig und habe durch unser erstes Treffen auch einige Fragen zur veganen Ernährung beantwortet bekommen. Was ist Dein Tipp, wenn man sich bewusster ernähren möchte?

Freut mich sehr, dass ich Dir da den ein oder anderen neuen Blickwinkel aufgezeigt habe. Ich bin überhaupt kein Fan davon Verbote aufzustellen oder mit erhobenem Zeigefinger meine Ernährungsweise anderen aufzudrücken. Ich habe mich ja auch nicht immer vegan ernährt und bei mir war das Ganze auch ein langer Prozess gewesen. Jeder kennt seinen Körper am besten und hat einen ganz individuellen Geschmack. Da sollte man nichts generalisieren. Dennoch gibt es einen ganz einfachen Trick sich bewusster zu ernähren, den jeder von uns umsetzen kann: Sich wirklich „bewusst machen“, was man isst. Das klingt jetzt sehr banal, ist aber in unserer schnelllebigen Zeit gar nicht mal so banal, wie es klingt. Wir essen viel zu oft nebenher und wenn wir uns abends fragen, was wir heute den ganzen Tag über gegessen haben, können sich viele nicht an alles erinnern, weil wir so vieles „unbewusst“ essen. Wenn wir uns ein paar Minuten mehr Zeit nehmen und unser Essen bewusster zu uns nehmen würden, ergäbe das Eine das Andere und wir würden uns mehr mit dem auf unserem Teller oder in unserem Einkaufswagen auseinander  setzen. Und dann kommt man auch auf solche Gedanken, dass 1 kg Fleisch für 1,99€ nicht sonderlich gut sein kann, ja sogar das Gegenteil ist.

Du bist ja zudem ein sehr erfolgreich gebuchtes Model, ist es für Dich durch die vegane Lebensweise leichter auf die Ernährung zu achten?

Das kann ich ganz ehrlich mit einem lautstarken „JA!“ beantworten. Für mich ist die vegane Lebensweise so selbstverständlich geworden, dass ich da gar nicht mehr drauf achten muss, weil es für mich „normal“ ist. Erst, wenn ich bei Freunden zum Essen eingeladen bin, merke ich, dass ich mich „anders“ ernähre und dass sich die meisten den Kopf zerbrechen, was sie mir bloß zu essen machen könnte. Das tut mir total leid, weil ich merke, wie sehr sie das manchmal überfordert. Aber ich bin auch regelmäßig schockiert, wenn dann manche Menschen im ersten Moment nicht wissen, worin überall tierische Lebensmittel enthalten sind oder mich fragen, ob Brot geht, etc. Dann freue ich mich immer, wenn ich selbst was mitbringen kann und ihnen zeigen kann, wie lecker und unkompliziert die vegane Küche ist. Ich muss aber auch zugeben, dass ich unendlich gerne koche und auch bald wieder mehr Rezepte auf meinem Blog veröffentlichen werde. Der hat die letzten Wochen und Monate sehr unter meiner Masterarbeit gelitten. Aber um zu Deiner Frage zurück zu kommen: Ja, die vegane Küche besteht ja vor allem aus Pflanzen und damitaus Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und kurz gesagt aus reinster Pflanzenpower. Seitdem ich mich vegan ernähre, fühle ich mich so gut wie nie, mein Körper regeneriert superschnell, meine Haut ist viel besser und ich bin kaum krank. Mehr Beweise brauche ich nicht, dass ich damit alles richtig mache! 😉

Zum Thema Zucker als „Volksdroge“ wird ja seit einiger Zeit viel in den Medien diskutiert und aufgeklärt, wie stehst Du zu diesem Thema und lebst Du komplett zuckerfrei?

Das Thema „Zucker“ ist bei mir auch ein großes Thema, weswegen ich dazu sogar einen Blogpost verfasst habe: Zucker – eine ganz legale Droge. In diesem Blogpost gehe ich genau auf dieses Thema ein, weil es einfach unfassbar ist, dass so gut wie jedes verarbeitete Produkt in irgendeiner We i s e Zucker enthält. Und das ist meiner Meinung nach wirklich eine Katastrophe, weil wir Zucker in dieser Form überhaupt nicht brauchen und es uns im schleichenden Prozess krank machen kann. Mir bereitet dass tarke Magenschmerzen, weil gerade die Kleinsten unter uns damit täglich vollgepumpt werden und die Zahl übergewichtiger Kinder von Jahr zu Jahr steigt. Gerade weil ich selbst ein übergewichtiges Kind war und weiß, was es bedeutet, diese ganzen Kilos irgendwann runterbekommen zu müssen, trifft mich das in einer ganz besonderen Art und Weise und macht mich sehr traurig. Ich versuche Zucker so gut es geht zu vermeiden. Das klappt aber auch sehr gut, weil ich fast ausschließlich selbst mit frischen Zutaten koche und dadurch natürlich weiß, was in meiner Pfanne oder in meinem Kochtopf landet.

Bitte ein paar Geheimtipps 😉 Was sind Deine Lieblings-Restaurants in und um München und warum?

Na, wenn ich die verrate, dann sind es ja keine Geheimtipps mehr 😀 Aber ich bin ja ein Fan davon, sein Wissen zu teilen und natürlich auch meine liebsten Hot-Spots. (Nachfolgend Werbung) Meine Lieblings-Restaurants sind definitiv das Bodhi im Westend und das Ratchada in der Schwanthaler Straße. Ansonsten liebe ich kleine Läden, in denen man merkt, dass das ganz viel Liebe drin steckt und sich jemand seinen Lebenstraum erfüllt hat und da ist es auch meistens ganz easy sehr leckeres, veganes Essen zu bekommen, da alles frisch zubereitet wird. Letztens war ich auch mit meiner Patentante im Springinsfeld in der Türkenstraße oder im BiteDelite in der Schellingstraße, beide haben super lecker vegane Bowls. Absolut empfehlenswert ist auch das AnSain der Erzgießereistraße, ein vegan/vegetarisches vietnamesisches Restaurant mitsuper leckeren Sommerrollen. Sonst liebe ich auch dasvegane Eis von IceDate in der Amalienstraße, die ihr Eis aus Cashewnüssen herstellen  und nur mit Datteln süßen, also keinen herkömmlichen Zucker verwenden. Und in Berlin liebe ich das Rawtastic, ein super leckeres, innovatives roh-veganes Restaurant oder auch Goodies zählt zu meinen absoluten Lieblingsläden. Generell liebe ich die vietnamesische und thailändische Küche, dort finde ich auch immer wieder super leckere vegane Schmankerl ;).

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(c) Rosa Lazić



Bei besportiii geht es ja auch darum, sich langfristig wohlzufühlen und nicht innerhalb von 8 Wochen in eine bestimmte Größe zu passen oder sich einer Diät zu unterziehen–was geht für Dich persönlich in die falsche Richtung,wenn es um Ernährung und Fitness geht und warum?

Generell ist es für mich immer schwierig, wenn man mit dem Gedanken an die Sache ran geht, dass man innerhalb von 8 Wochen Kilos abspecken möchte, die man sich in 8 Jahren angefuttert hat– klingt jetzt etwas hart ausgedrückt, aber unter dem Strich wollen uns ja diese ganzen „Blitzdiäten“ und „Wundermittel“ genau das suggerieren. Und dass das etwas utopisch klingt, muss ich jetzt hoffentlich nicht noch einmal betonen.. 😉 Es gibt kein Allheilmittel und das Einzige, das uns langfristig hilft abzunehmen und unser Gewicht auch langfristig zu halten, ist unsere Lebensweise auch nachhaltig zu verändern und uns nichts zu verbieten. Die Dosis macht das Gift und ein Stückchen Schokolade ab und zu ist vollkommen ok, aber eben nicht eine Tafel am Tag. Und hier komme ich wieder zu dem Thema „Bewusstsein“, denn das müssen wir uns wieder aneignen bzw. lernen. Es geht hier vielmehr darum, dass wir gesunde Gewohnheiten in unseren Alltag integrieren, ohne dass wir es als Einschränkung oder Selbstkasteiung wahrnehmen. Ein Beispiel ist es einfach immer die Treppe zu nehmen, anstelle vonder Rolltreppe. Dauert nicht einmal länger und kostet und wirklich gar nichts. Demnach sind alle extremen und plötzlichen Veränderungen zum Scheitern verurteilt und der Jo-Jo-Effekt lässt grüßen.
Liebe Rosa, genauso sehe ich es auch. Mein Programm soll ein Start sein. Sich dafür zu entscheiden etwas für sich und seinen Körper zu tun, 25 Minuten am Tag zu investieren und sich so langfristig fitter zu fühlen. Zudem wird nicht gehungert oder etwas abgezählt, das käme nie in Frage, da auch ich zu gerne esse ;). Es soll auch hier vielmehr ein Start in ein bewusstes essen sein, frisch zu kochen und zu erkennen, was tut mir gut, was gibt mir Kraft.

Stichwort: Body-Balance was bedeutet dies für Dich und wie setzt Du dies für Dich persönlich um?

Body-Balance ist für mich persönlich, das richtige Maß zwischen Genuss und Achtsamkeit für sich und seinen Körper zu finden. Ich bin wirklich kein Fan von Verboten und finde das Wort „Gebote“ sehr viel sympathischer, weil es positiv verankert ist. Oftmals gehen wir an Sachen viel zu verkopft und erkrampft heran und möchten irgendetwas erzwingen und dann artet es in Stress aus und geht nach hinten los. Daher lebe ich nach der Devise: Alles in Maßen statt in Massen. Jeder von uns muss die richtige Mischung für sich finden. Für mich ist es daher vollkommen ok, die ein oder andere Nacht durchzutanzen, das ein oder andere Gläschen Wein zu trinken und auch mal im Urlaub fünfe gerade sein zu lassen, solange es mir dabei gut geht. Und da sind wir wieder bei dem Thema „Bewusstsein und Achtsamkeit“ angelangt. Wir müssen wieder lernen auf unseren Körper und unser Bauchgefühl zu hören, erst dann lernen wir seine Zeichen zu deuten. Es gibt einen tollen Spruch, der es auf den Punkt bringt: “Take care of your body–it’sthe only house you have to live in.”

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(c) Rosa Lazić



Schwache Momente haben wir ja alle mal 😉 bei was wirst Du schwach?

Ach, da gibt es so einiges, bei dem ich schwach werde.. Angefangen von Nüssen, vor allem Rauchmandeln, Baba Ganoush, bis hin zu Moscow Mules, wenn es um Essen und Getränke geht. Ich gebe aber generell sehr gerne mein Geld für gutes Essen, Reisen und tolle Erinnerungen aus, außerdem liebe ich Silberschmuck in allen Variationen, das sind auch meistens meine Souvenirs auf meinen Reisen. Mit materiellen Dingen kann man mich ansonsten überhaupt nicht ködern.

Liebe Rosa, ich danke Dir sehr für Deine Zeit.♥ Kirstin

Foto-Credit: Petra Fritzi Hennemann, München

 


Wie hat Dir das Interview gefallen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar.

Deine

Deine Kirstin Dordan

 

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